DIE MÜHLEN DER ZEITGESCHICHTE






Die Ursprünge der Papiermacherei finden sich in China – und zwar datiert auf das Jahr 105 n. Chr. Ein chinesische Minister "Tsai Lun" gilt als Erfinder des Papiers.

Es wurden verschiedene Pflanzenfasern, wie Maulbeerbast, Bambusfasern, Chinagras, Hanf und alte Lumpen in einem mörserählichen Steintrog, unter Wasserzugabe zu einer breiartigen Masse mechanisch zerstoßen. Dieser Faserbrei wurde nochmals mit Wasser verdünnt und anschließend mit einem Sieb aus feinen Bambusfäder geschöpft und getrocknet.

Neusten Erkenntnissen nach ist die hohe Kunst jedoch weit älter. Ausgrabungen zufolge wurden Funde auf das Jahr 100 v. Chr. datiert, also noch 200 Jahre vor Tsai Lun.

Über viele Jahre war die Kunst des Papiermachens in China ein streng gehütetes Geheimnis. Die Japaner erhielten als erstes Volk im Jahr 610 n. Chr. Kenntnis über die Kunst der Papierherstellung.

Durch den Krieg der Chinesen gegen die mohammedanischen Araber im Jahr 751 n. Chr. gelangte das Wissen durch die Preisgabe chinesischer Kriegsgefangener nach Samarkand.

Um die Jahrtausendwende entstanden Papiermühlen in Palästina und Syrien und 1100 n. Chr. in Nordafrika.

Erst im 12. Jahrhundert n. Chr. hielt die Kunst der Papiermacherei in Europa ihren Einzug. Die ersten Papiere wurden in Spanien, 1140 in Xativa bei Valencia, gefertigt. Nach Italien gelang die Papiererzeugung erst ca. 150 Jahre später, etwa 1276 n. Chr. Die Italiener waren es die als erste die tierische Leimung und das Wasserzeichen einführten.

Dann, am 24. Juni 1390 begann ein Nürnberger Handels- und Ratsherr, namens Ulman Stromer, vor den Toren der Stadt in der "Gleismühle", später "Hadernmühle" genannt zum ersten Male an, Papier zu machen.

Um das 16. Jahrhundert waren in Deutschland schon 218 Papiermühlen in Betrieb und die Papiermacherei war in fast allen europäischen Ländern bekannt.

Die erste Papiermühle Amerikas wurde im Jahre 1690 in Germanytown in Philadelphia in Betrieb genommen.

Im Jahre 1789/90 war es der Franzose Nicolas Luis Robert, der durch seine Erfindung den ersten Schritt zur maschinellen Erzeugung von Papier machte. Seine Erfindung wurde 1799 patentiert.

Das besondere an seiner Erfindung war, der mittels einer Handkurbel mechanisch bewegte Antrieb des Siebes.

Der wässerige Faserstoff wurde aus der Bütte geschöpft und auf das kontinuierlich rotierende Sieb gegossen. Das Wasser floß nach unten durch das Sieb zurück in die Bütte, der Faserstoff blieb auf dem Sieb liegen und es bildete sich durch die Verfilzung der Fasern ein Papierblatt.

Heute noch, mehr als 200 Jahre später, arbeiten hochmoderne Papiermaschinen nach diesem Prinzip.




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